Alina Granwehr – Noch ein Coup zum Abschluss des Jahres

Erst im Finale gebremst: Die 17-jährige Alina Granwehr setzte bei den Schweizer Tennismeisterschaften der Aktiven in Biel grosse Ausrufezeichen.

Mit ihrem schnellen Angriffstennis hatte Alina Granwehr beim ersten Turnier dieses Jahres im Januar ihre Gegnerinnen vom Platz gefegt und in Luzern souverän einen weiteren Schweizer Juniorenmeistertitel gewonnen. Beim letzten Turnier des Jahres waren die Vorzeichen anders. Die Wilenerin war – nicht wie bei den Juniorinnen die Topfavoritin – sondern startete in Biel als Ungesetzte in die Titelkämpfe der Aktiven. Doch dies hinderte Alina Granwehr nicht, bei der unter strengen Schutzauflagen und gänzlich ohne Publikum durchgeführten Swiss Champion Trophy ihr gewohntes Offensivtennis auszupacken und ihre älteren, besser klassierten Gegnerinnen in die Schranken zu weisen.

«Nach drei Turniersiegen in Folge habe ich mir für diese Titelkämpfe einiges erhofft», verrät die seit einigen Jahren im Nationalen Leistungszentrum von Swiss Tennis in Biel geförderte Alina Granwehr (N2.21). Es sei anfänglich schwierig gewesen, in ihrer Trainingsstätte und ohne Publikum in den Turniermodus zu finden. Zum ersten Mal überhaupt stand die 17-Jährige in einem Ernstkampf der an Nummer fünf gesetzten Nina Stadler (N2.13) gegenüber. Die amtierende U18-Schweizer-Meisterin trumpfte vom ersten Ball an auf und gewann das Zweitrundenspiel gegen die um acht Jahre ältere Toggenburgerin in drei Sätzen. «Ich bin sehr glücklich, dass ich das umsetzen konnte, was wir in den letzten Monaten schwerpunktmässig trainiert haben», so Alina Granwehr, die trotz ultraschnellem, offensivem Spiel kaum Fehler machte.

Auch die an Nummer zwei gesetzte Fed-Cup-Spielerin, Ylena In-Albon (N1.6), fand gegen das entfesselt aufspielende Nachwuchstalent kein Rezept. Und das obwohl die ungesetzte Hinterthurgauerin in allen bisherigen Begegnungen gegen die 21-Jährige Walliserin jeweils als Verliererin vom Platz musste. In den Halbfinals gewann die fünffache Juniorenschweizermeisterin gegen die Genferin Sebastianna Scilipoti (N1.10). Gegen die erfahrene WTA-Spielerin und zweifache Schweizermeisterin, Viktorija Golubic (N1.5), war im Finale allerdings nicht mehr viel zu machen. «Ich bin mit meinen Leistungen an diesen Titelkämpen insgesamt sehr zufrieden», resümierte Alina Granwehr nach dem gewonnenen Vize-Schweizermeistertitel.

Marie-Theres Brühwiler