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Abschied aus der obersten Liga  

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Der TC Hörnli Kreuzlingen ist im Interclub nicht mehr im Oberhaus vertreten. Das junge Damenteam verlor am Dienstag die entscheidende Begegnung gegen Stade Lausanne mit 2:4 und muss sich als Gruppenletzter in die NLB verabschieden. Die Vorzeichen waren schon in den letzten Jahren nicht immer die besten. In der NLA halten konnte sich das junge Hörnli-Team jeweils trotzdem. Wohl zum grossen Teil auch, weil mit der WTA-Gipfelstürmerin der letzten Monate und erfolgreichen Olympiateilnehmerin Laura Siegemund (WTA 33) in den Vorjahren eine herausragende Verstärkung zur Verfügung stand. Bei der Auflage 2016 ging die Rechnung der mit einem deutlich kleineren Budget und jüngeren Team als die Konkurrenz antretenden Equipe aber nicht mehr auf. Das Unterfangen, mit einem glatten Sieg und ohne ausländische Verstärkung den Abstieg in extremis zu vermeiden, misslang. Statt gegen Stade Lausanne den geforderten 5:1-Sieg einzufahren, war die Niederlage vor dem Heimpublikum bereits nach den vier Einzeln besiegelt. Mit zwei Siegen im Doppel vollzogen die Hörnlispielerinnen immerhin noch Resultatkosmetik.  
Alles lief gegen sie
Das Unglück nahm indes nicht erst beim letzten Heimauftritt seinen Lauf. Bereits der Spielplan mit den stärksten Gegnerinnen zum Auftakt und drei Auswärtsspielen in Folge waren keine guten Vorzeichen. Die als Verstärkung für die ersten beiden Spiele verpflichtete Deutsche Anne Schäfer verpasste wegen einer Verletzung die erste Begegnung und konnte in Runde zwei weder im Einzel noch im Doppel Akzente setzen. Die für die dritte und vierte Runde geplante Spanierin Laura Pous-Tio landete am Samstagmorgen wohl wie geplant, aber ohne Gepäck auf dem Flughafen Genf. Kurzfristig mit einer fremden Ausrüstung ausgestattet, fehlte es ihr gegen den hochrangig dotierten CS Cologny verständlicherweise dann an Konstanz.
Schlecht belohnt
Vorwürfe muss sich das Thurgauer Team aber keine machen. Gegen deutlich erfahrenere und besser eingestufte Gegnerinnen gelang den jüngsten Spielerinnen der Liga Beachtliches. Die 15-jährige Leonie Küng (N3.26) etwa gewann drei ihrer fünf Einzel. Die um zwei Monate jüngere, am 13. Dezember 2000 geborene, Simona Waltert (N3.25) war die jüngste Stammspielerin der diesjährigen NLA. Die Churerin konnte zwar keine Einzelbegegnung siegreich gestalten, spielte aber ihre Doppelstärke an der Seite von Leonie Küng in überzeugender Manier aus. Mit etwas Glück hätte Nina Stadler (N2.17) alleine die in der Endabrechnung fünf fehlenden Siege erringen können. Die 20-Jährige spielte herausragend, verlor jedoch alle fünf Begegnungen gegen deutlich stärker Eingestufte in drei Sätzen. Für die 16-jährige Thurgauer Meisterin Nadine Keller (N4.49) ging es vor allem darum, erste Erfahrungen in der höchsten Liga zu sammeln. Die im letzten Spiel eingesetzte Junioren-Schweizermeisterin Daniela Vukovic (N3.35) schloss die Affiche NLA-Interclub 2016 an der Seite von Nina Stadler immerhin mit einem Sieg im Doppel.
Das vorläufige Ende einer Ära
 „Man kann nicht auf die Punkte der anderen hoffen, man muss sie selber machen“, fasst Captain Ralph Zepfel nach der folgenschweren Niederlage zusammen. Mit dem Abstieg der Damen geht in Kreuzlingen eine Erfolgsgeschichte vorläufig zu Ende. Die Grenzstadt war dank der jahrelangen Aufbauarbeit von Bernhard Hochstrasser im letzten Jahrzehnt mit einem kurzen Unterbruch immer mit einer Herren- oder Damenmannschaft im Oberhaus vertreten.
Marie-Theres Brühwiler
 
Bilder von Mario Gaccioli:
Simona Waltert und Leonie Küng punkteten auch im letzten Doppel wieder
Nadine Keller sammelte bei ihrem ersten Einsatz in der NLA wichtige Erfahrungen
Nina Stadler forderte den favorisierten N1-Spielerinnen in allen Begegnungen alles ab
Daniela Vukovic kam am letzten Spieltag zum Einsatz.
 
Resultat Hörnli Kreuzlingen – Stade Lausanne 2:4
Einzel: Nina Stadler (N2.17, SUI) u. Claire Feuerstein (N1.5, FRA) 6:2, 2:6 2:6. Simona Waltert (N3.25, SUI) u. Tadeja Majeric (N1.9, SUI/SLO) 2:6, 3:6. Leonie Küng (N3.26, SUI) u. Ana Vrljic (N1.10, CRO) 1:6, 3:6. Daniela Vukovic (N3.35, SUI) u. Karin Kennel (N2.15, SUI) 3:6, 3:6.
Doppel: Stadler/Vukovic s. Feuerstein/Vrljic 6:4, 0:6, 10:7. Waltert/Küng s. Majeric/Kennel 6:2, 6:4.
Rangliste Damen: 1. Grasshopper ZH 21 (46:26 Sätze) 2. Centre Sportif de Cologny 18 (40:30 Sätze) 3. Nyon 16 (35:35 Sätze) 4. Geneva Country Club 14 (36:35 Sätze), 5. Stade-Lausanne 13 (32:39 Sätze) 6. Hörnli Kreuzlingen 8 (22:46 Sätze)
 

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