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Ein Seiltanz auf verschiedenen Ebenen  

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So unterschiedlich die Charaktere der beiden Tennisjunioren Jakub Paul und Joel Alt sind, so differenziert treiben die beiden Hörnlispieler ihre hoffnungsvollen Tenniskarrieren voran. Ihre zielgerichteten Wettkampfkarrieren haben sowohl Jakub Paul wie auch Joel Alt an der Nationalen Elitesportschule Thurgau in Kreuzlingen lanciert. Derweil Paul auch nach dem Ende der obligatorischen Schulzeit in Kreuzlingen an seiner Karriere schleift und die Pädagogische Maturitätsschule besucht, setzt Alt seit letztem Herbst in der Swiss Tennis Academy in Biel voll auf die Karte Tennis.
Ein Seiltanz
„Ich glaube nicht, dass ich weniger trainiere als andere Spieler. Ich gehe aber einfach zwischen den täglichen zwei Trainings noch zur Schule“, sagt Jakub Paul. Der Bündner, der seit gut fünf Jahren in Kreuzlingen wohnt und von Head-Coach Ralph Zepfel gefördert wird, macht kein grosses Aufheben aus seinem täglichen Seiltanz. Der mehrfache Junioren-Schweizer-Meister ist trotz vollem Programm die Ruhe selbst. Kaum ist der Ball aber im Spiel, macht der knapp 18-Jährige aus allen Ecken Tempo und sucht vehement den Punkt. „Kubi spielt extrem explosiv und beschleunigt sehr gut“, lobt Trainer Ralph Zepfel. Jakub Paul hat in der, letzte Woche aktualisierten, nationalen Tennisrangliste einen Quantensprung gemacht und nicht weniger als 57 Ränge übersprungen. Auf der Weltrangliste der Junioren ist er nahe daran, die Tophundert zu knacken. „Mein nächstes Ziel sind die Junioren-Grand-Slam-Turniere“, erklärt Jakub Paul, der seit Jahren dem dezentralen Nationalkader von Swiss Tennis angehört und auf ITF-Stufe sowohl Einzel- wie auch Doppelturniersiege auf seinem Konto hat.
Fokus Spitzensport
Für Joel Alt gibt es nur einen Fokus. „Ich will mich ganz auf meine Tenniskarriere konzentrieren“, sagt er. „In Biel konzentrieren sich alle Spielerinnen und Spieler ganz auf den Spitzensport.“ Das sei sehr motivierend. Der 17-Jährige ist überzeugt, dass es im harten Tennisgeschäft keine Kompromisse verträgt. „Ich habe in den letzten Monaten sehr viel dazu gelernt. Leider habe ich dann anfangs Jahr eine hartnäckige Viruserkrankung eingefangen.“ Nach vier Titeln im Doppel strebt der Berger nun seinen ersten internationalen Einzelerfolg auf der höchsten Juniorenstufe (ITF) an. Derzeit bestreitet Joel Alt, begleitet von seinem Trainer Stéphane Bohli in Doha (Qatar) eine Reihe von ITF-Turnieren. Die finanziellen Herausforderungen für Familie Alt sind gross. Denn Talente, die nicht dem Nationalkader von Swiss Tennis angehören, müssen für die Trainings- und Reisekosten der unabhängig geführten Swiss Tennis Academy selbst aufkommen. „Wir stehen im Kontakt mit interessierten Sponsoring-Partnern, jedoch finanzieren wir den Grossteil selbst. Längerfristig werden wir an unsere Grenzen kommen“, sagt Vater Martin Alt. Seine aussergewöhnlichen Qualitäten als Doppelspieler hat Joel Alt schon mehrfach bewiesen. Er könnte sich deshalb gut vorstellen, dereinst auf ATP-Turnierstufe – nicht zuletzt aus finanziellen Gründen - vermehrt auf lukrative Doppel-Turniere zu setzen.

Marie-Theres Brühwiler

Bilder von Mario Gaccioli

Joel Alt und Jakub Paul treiben ihre Karrieren unterschiedlich voran
Auf gutem Weg
„Im Moment fühle ich mich sehr gut, das Knie hält und ich habe das Gefühl, immer besser zu werden“, freut sich Chiara Grimm. Die Nummer 18 der Schweiz spielt derzeit Turniere in Tunesien und will nach längeren Verletzungspausen auch im WTA-Ranking endlich wieder Fuss fassen. Die 20-jährige aktuelle Nummer 585 des WTA-Rankings hat ihr Studium unterbrochen und widmet sich im Moment ganz dem Spitzensport. Gleiches gilt auch für die im nationalen Ranking aktuell beste Thurgauer Tennisspielerin Nina Stadler (N2.16). Die 21-Jährige, welche die Nummer 731 der Welt ist, muss für ihre Turnierreisen rund um den Erdball einiges investieren und ist wie Grimm, Alt und Paul deshalb dringend auf Sponsoren angewiesen.

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